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Windows

Anwendungen für den internationalen Einsatz

Kommerzielle WINDOWS-Anwendungen sind in der Regel nicht auf ein Absatzgebiet beschränkt. Sie werden vielmehr für den internationalen Markt konzipiert, da nur über große Stückzahlen die inve­stierten Entwicklungskosten wieder hereingeholt werden können.

Wird eine Übersetzung der Texte und Befehle von vornherein eingeplant, hält sich der Aufwand für die Portierung einer Anwendung in Grenzen. Durch die Aufteilung des Programmcodes in Anweisungen und Ressourcen lassen sich alle Texte, Dialog- und Menüstrukturen in einer separaten Ressourcenda­tei zusammenfassen. Im eigentlichen Programmcode befinden sich lediglich Referenzen auf die Res­sourcen der Anwendung. Der konkrete Gehalt der Ressourcen befindet sich hingegen in einem eigenen Modul, das mit dem Ressourcencompiler RC übersetzt und in die ausführbare Datei der WINDOWS-Anwendung kopiert wird.

Später genügt die Anpassung und Rekompilierung der Ressourcen, um ein Programm in eine andere Sprache zu übersetzen. Damit das auch wirklich so problemlos funktioniert, sind bei der Programm­konzeption einige Grundregeln zu beachten:

1. Definieren Sie alle Texte, Accelerator-Tasten und Dialogfelder in der Ressourcendatei.

2. Ermöglichen Sie die Benutzung des vollständigen 8-Bit ANSI-Zeichensatzes.

3. Verwenden Sie sowohl die metrischen als auch die englischen Maßheiten.

4. Bei der Planung der Dialog- und Meldungsboxen sollten Sie berücksichtigen, daß übersetzte Texte eventuell mehr Zeichen benötigen, als der entsprechende deutsche Text. Die Texte sollten daher nicht mehr als 75% der zur Verfügung stehenden Fläche beanspruchen.

5. Sortier-, Indizierungs- oder Zeichenketten-Vergleichs-Routinen sollten die Benutzung internationa­ler Sortiertechniken und Vergleichstabellen ermöglichen.

6. Datums-, Zeit- und Währungsformate sollten der Initialisierungsdatei WIN.INI entnommen werden.

 

Der internationale Sektor in WIN.INI

Bei jedem Start von WINDOWS wird die Datei WIN.INI eingelesen, die anschließend von jeder An­wendung zur Abfrage von System-Informationen konsultiert werden kann. Im internationalen Sektor, dessen Start durch [intl] markiert ist, sind alle wichtigen landesspezifischen Parameter abgelegt.

Mit Hilfe der Funktionen GetProfileInt() und GetProfileString() kann jede Anwendung die Datei WIN.INI nach Informationen durchsuchen.


Das Fomat des internationalen Sektors

Einstellung                    Beschreibung

iCountry=                     Länderschlüssel
iDate=                           0 = Reihenfolge: Monat-Tag-Jahr
                                      1 = Reihenfolge: Tag-Monat-Jahr
                                      2 = Reihenfolge: Jahr-Monat-Tag
iCurrency=                    0 = Währungssymbol vor dem Betrag, keine Leerstelle
                                      1 = Währungssymbol nach dem Betrag, keine Leerstelle
                                      2 = Währungssymbol vor dem Betrag, eine Leerstelle
                                      3 = Währungssymbol nach dem Betrag, eine Leerstelle
iDigits=                         Anzahl der Dezimalstellen der Währung
iTime=                           0 = 12-Stunden-Format
                                      1 = 24-Stunden-Format
iLzero=                         0 = ohne führende Null
                                      1 = mit führender Null
s1159=                          Zeitbezeichnung für die Zeit zwichen Mitternacht und 12 Uhr Mittags
s2359=                          Zeitbezeichnung für die Zeit zwischen 12 Uhr Mittags und Mitternacht
sCurrency=                   Währungssymbol
sThousand=                  Tausender-Trennzeichen
sDecimal=                     Dezimalzeichen
sDate=                          Datum-Trennzeichen
sTime=                          Zeit-Trennzeichen
sList=                            Listen-Trennzeichen.

 

Die Symoble mit erstem Zeichen "i" spezifizieren immer eine Einstellung, während die Symbole, deren Bezeichner mit "s" beginnen, einen konkreten Inhalt haben, der von der Anwendung benutzt werden sollte.

Für die deutsche Währung gilt beispielsweise:

iDecimal=,                    => Dezimaltrennzeichen = ","
iThousand=.                  => Tausendertrennzeichen = "."
iDigits=2                       => 2 Nachkommastellen
iCurrency=3                  => Währungssymbol nach Betrag mit einer Leerstelle
sCurrency=DM             => Währungssymbol = "DM"

Ein Betrag von eintausend Mark wird darum in der Form 1.000,00 DM dargestellt.





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