Datenbanken

Borland Database Engine

Allgemeine Fragen

In welchem Zusammenhang stehen BDE, IDAPI und ODBC?

Frage

IDAPI (Integrated Database Application Program Interface) und ODBC (Open Database Connectivity) bezeichnen zwei Datenbankschnittstellen, die von Borland und Microsoft parallel und miteinander konkurrierend geschaffen wurden. Die BDE (Borland Database Engine) kann auf beide Standards zugreifen, um den Zugriff auf nicht direkt unterstützte Datenbankformate zu realisieren.

Lösung

Welches Datenbankformat sollte unter Borland C++ Builder verwendet werden, um optimal arbeiten zu können?

Frage

Diese Frage läßt sich nicht mit einer einfachen Empfehlung beantworten, da es in jedem Fall auf die geplante Anwendung der Datenbank ankommt.

Für Client/Server-Anwendungen führt kein Weg an einem SQL-Server vorbei; dies kann für Testzwecke ggf. auch der von Borland mitgelieferte lokale Interbase-Server sein. Diese Entscheidung ist letzlich fest vorgegeben, da in Client/Server-Umgebungen in der Regel immer zwei Rechner involviert sind: Ein lokaler PC, an dem die Daten bearbeitet werden, und ein Server, der die Daten verwaltet und bereitstellt.

Im Bereich der Desktop-Datenbanken, bei denen lokal oder im Netz ein direkter Zugriff der Anwendung auf die Datenbank erfolgt, kann der C++Builder über IDAPI und ODBC auf alle Datenbankformate zugreifen, für die es entsprechende Treiber gibt. Zusätzlich stellt die BDE mit dBASE und Paradox zwei direkt unterstützte Formate bereit, die unterschiedliche Vor- und Nachteile haben.

Lösung

dBASE ist das Datenbankformat für PCs schlechthin. Es war lange der einzige de-facto-Standard und wird noch heute von allen professionellen Anwendungen unterstützt. Demgegenüber ist Paradox für Windows eine Borland-Entwicklung, die nicht so sehr verbreitet ist, dafür aber deutlich mehr Leistung bietet. Wenn der Datenzugriff von Drittprogrammen nicht ständig benötigt wird bzw. der Datenaustausch nicht im Vordergrund steht, sollte das Paradox-Datenbankformat die bessere Alternative sein.

Gegenüber dBASE bietet Paradox für Windows vor allem folgende Vorteile:

dBASE und Paradox für Windows

  • Automatisch gepflegter Primärindex
  • Referenzintegritätsprüfung
  • Gültigkeitsprüfungen
  • Nachschlageprüfung
  • Paßwortschutz
  • viele Feldtypen

Formatvorteile von Paradox gegenüber dBASE

Der automatisch gepflegte Primärindex, auch Schlüssel genannt, ist eine zusammenhängende Gruppe von Feldern, die einen eindeutigen Schlüssel für jeden Datensatz bilden. Im Gegensatz zu dBASE, das Indexdateien separat erzeugt, sind in einer Paradox-Tabelle alle Datensätze physikalisch nach dem Primärschlüssel in der Datei sortiert. Die Eindeutigkeit der Schlüssel wird von der BDE sichergestellt; ebenso das automatische Erzeugen und Speichern des Schlüssels.

Automatisch gepflegter Primärindex

Die Prüfung auf Referenzintegrität stellt sicher, daß Relationen gültig bleiben. So ist es in Paradox-Tabellen nicht möglich, einen Datensatz der Haupttabelle zu löschen, während es noch abhängige Detaildatensätze gibt. Umgekehrt kann ein Datensatz in der Detailtabelle erst dann gespeichert werden, wenn der Schlüssel des Verbindungsfelds auch in der Haupttabelle vorhanden ist.

Referenz-integritätsprüfung

Paradox erlaubt das Anlegen von Gültigkeitsbedingungen für einzelne Felder bereits bei der Tabellendefinition. Neben den Gültigkeitsgrenzen lassen sich ferner Default-Werte spezifizieren. Datensätze können anschließend nur dann gespeichert werden, wenn die vorgegebenen Gültigkeitsregeln eingehalten werden.

Gültigkeitsprüfungen

Bei der Nachschlageprüfung erfolgt das Prüfen auf Zulässigkeit einer Eingabe gegen eine bereits vorhandene Tabelle. Dadurch wird sichergestellt, daß in einem Feld nur eine vorgegebene, begrenzte Menge an Datenausprägungen auftritt, was wiederum das Verifizieren und Auswerten vereinfacht, da z. B. Schreibfehler und unterschiedliche Schreibweisen ausgeschlossen sind.

Nachschlageprüfung

Eine Paradox-Tabelle kann mit diversen Zugriffsrechten und Paßwörtern versehen werden. Dabei kann bis auf die Feldebene spezifiziert werden.

Paßwortschutz

Gegenüber dBASE besitzt Paradox eine Reihe weiterer spezialisierter Datenfeldtypen, die insbesondere den Austausch der Werte mit C++Builder-Anwendungen erleichtern, da nicht jedesmal konvertiert werden muß, sondern statt dessen einheitliche Datentypen verwendet werden können.

Feldtypen

Welche Richtlinien gibt es für den Aufbau von Datensätzen und Tabellen?

Frage

Als grundlegende Richtlinien sind die sogenannten Normalformen für relationale Tabellen einzuhalten, die im Beitrag 3/4.1.5.1 beschrieben sind. Unter Einhaltung der Normalformen werden zunächst alle unzulässigen Redundanzen eliminiert. Darüber hinaus sollten die Datenfelder – soweit sinnvoll – auf mehrere kleine Tabellen verteilt werden. Damit vermeidet man zum einen Redundanzen, zum anderen Leerfelder, die ebenfalls Speicherplatz beanspruchen.

Lösung

Auch Felder sollten so weit wie möglich aufgegliedert werden. Ein typisches Beispiel für eine sinnvolle Aufgliederung, die auf den ersten Blick überflüssig erscheint, ist die Aufteilung von Straße und Hausnummer in einer Adreßdatenbank. Vorteilhaft ist dies immer dann, wenn auch Straßen allgemein recherchiert werden sollen oder wenn eine Überprüfung der Adresse anhand von Postleitzahlen- und Straßenverzeichnis erfolgen soll. Hier ist ein Abgleich nur dann möglich, wenn Straßenname und Hausnummer getrennt abgelegt werden.

Informationsgliederung

Ein wichtiges Hilfsmittel sind Nachschlagetabellen. Diese werden als Hilfstabellen verwendet, so daß bestimmte Felder nur speziell definierte Werte annehmen können – eben die nachschlagbaren. Dadurch werden Schreibfehler und unterschiedliche Schreibweisen verhindert, die ansonsten eine effiziente Recherche beeinträchtigen würden.

Eine allgemeingültige Regel für das Aufteilen der Datensätze gibt es nicht. Die einzelnen Datensätze sollten jedoch so klein wie möglich bleiben, damit sinnvolle Relationen aufgebaut werden können.

Nachschlagetabellen

Wie groß kann eine Paradox-Datenbank maximal werden?

Frage

Paradox für Windows kann Datenbanken bis zu einer Größe von 4 GB verwalten. Allerdings geht bei dieser Größenordnung auch die ansonsten sehr schnelle BDE in die Knie, so daß man sich nach einem SQL-Server umsehen sollte, wenn Datenmengen in dieser Größenordnung verwaltet werden.

Lösung





Sachgebiet


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